Stichworte

Einiges zu den sogenannten Integrierten Fächern

Der seltsame Gebrauch des Adjektivs „integriert“ soll hier nicht weiter untersucht werden. Es ist zu vermuten, dass die Einführung von WuK als fachübergreifendes Unterrichtsangebot auch mit der Einführung des Faches Gesellschaftslehre in den Integrierten Ge­samtschulen zusammenhängt. Die Verbindung von Fächern gehörte zur Vorstellung von der Curriculumrevision Anfang der 70er Jahre. Neben Gesellschaftslehre an den IGSn, das meist als „GL“ oder „GESELLE“ im Schuljargon bezeichnet wird und das die gleiche Trias wie WuK umfasst, war es ein neues Fach „Naturwissenschaften“, das die übliche Trennung in Biologie, Physik, Chemie überwinden sollte. Dieses war auch für die Orientierungsstufe vorgesehen. Auch hier hatte es für das RPZ einen Auftrag des nds. MK gegeben, zu prüfen, ob sich ein „integrierter naturwissenschaftlicher Unterricht“ realisieren lasse. Das Scheitern dieses Vorhaben ist im Abschlussbericht recht ausführlich dargestellt (Vgl. Berg, Petry, Raschert, Curriculumentwicklung, Lehrerfortbildung, Schulberatung, Klett-Cotta: Stuttgart 1980, S...). Weder die Lehrkräfte noch die Schulverwaltung war für dieses Vorhaben zu gewinnen.

Die Diskussion um den integrierten naturwissenschaftlichen Unterricht ist bis heute nicht abgeschlossen – weder in der didaktischen Diskussion noch in den Schulen selbst noch in der Wissenschaft noch in der Schulverwaltung, während das Fach „Gesellschaftslehre“ im Großen und Ganzen im Alltag der Schulen inzwischen akzeptiert ist.

Es gibt allerdings manchmal in den Gymnasialen Oberstufen der Gesamtschulen ein kritisches Gemurmel über den Gesellschfatslehreunterricht, weil angeblich die Lehrer und Lehrerinnen, die Gesellschaftslehre unterrichten, zu sehr in­dividuelle Schwerpunkte setzten, so dass die Schülerinnen und Schüler in den Fächern Ge­schichte, Erdkunde, Gemeinschaftskunde, die in der Oberstufe wieder getrennt sind, sehr un­terschiedliche Voraussetzungen hätten. Dies hat allerdings m. E. nie zu solchen Einsprüchen geführt, dass in der Sekundarstufe I in diesem Bereich Änderungen vorgenommen worden wären. Dies mag auch daran liegen, dass die alten Rahmenrichtlinien bzw. neuerdings die Kern­curricula immer sehr auf die Verbindung der Fächer setzten. In den Naturwissenschaften blieb es dagegen häufig bei einer organisatorischen Zusammenschließung, die z. B. bedeutete, dass das Unterrichtsjahr für die Schülerinnen und Schüler gedrittelt wurde. Je ein Drittel wurde für die unterschiedlichen Fächer verwendet, so dass weder in den Köpfen der Schülerinnen und Schüler eine Verbindung der drei Bereich entstand, noch bei den Lehrern und Lehrerinnen die Notwendigkeit gegeben war, eine curriculare Diskussion über die Verbindung der Fächer zu führen.