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Einiges zur Welt- und Umweltkunde in der OS

Das RPZ Aurich war, so kann man zugespitzt formulieren, die ersten Rahmenrichtlinienkommission für Welt- und- Umweltkunde an den niesersächsischen Orientierungsstufen. Rahmenrichtlinien, die den normalen Abläufen und Kriterien des niedersächsischen Kultusministeriums entsprachen, wurden erst im August 1979 vorgelegt.
Im Internet – bei lehrpläne.org – findet sich die Ausgabe einer „Überarbeitung“ von 1992.
Die Rahmenrichtlinien von 1979 beginnen mit der folgenden programmatischen Aussage: „Der Fachbereich 'Welt- und Umweltkunde' umfaßt die Fächer Erdkunde, Geschichte und Sozialkunde. Er hat die Aufgabe, die Schüler mit den raum-, zeit- und gesellschaftsbezogenen sowie mit den persönlichen Voraussetzungen menschlichen Handelns vertraut zu machen. Sie sollen dem Schüler erfahrbar gemacht werden, so daß er fachbezogene Grundkenntnisse und Einsichten erwirbt und Fähigkeiten und Bereitschaft zu sachgerechtem und verantwortlichem Handeln gefördert werden.
In diesem Fachbereich werden Inhalte der Schulfächer Erdkunde, Geschichte und Sozialkunde in Klasse 5 fächerübergreifend und in Klasse 6 mit fachspezifischen Schwerpunkten unterrichtet. Dadurch soll den Schülern ein allmählicher Übergang vom umfassenden Sachunterricht der Grundschule zu den spezifischen Arbeitsweisen des Fachunterrichts der weiterführenden Schulen ermöglich werden.
Die allgemeinen Ziele dieses Fachbereichs entsprechen denen des Fachbereichs geschichtlich-soziale Weltkunde bzw. des gesellschaftlichen Aufgabenfelds der weiterführenden Schulen und sind geordnet nach\\

  • Fähigkeiten und Fertigkeiten,
  • Kenntnissen, Erkenntnissen und Verhaltensdispositionen.“ (S. 116)

1992 ist dieser Teil deutlich umfangreicher geworden: Nach einem kurzen Verweis auf den Bildungsauftrag des Schulgesetzes heißt es: „Der Fachbereich Welt- und Umweltkunde erschließt und vermittelt Grundlagen menschlichen Zusammenlebens in Raum und Zeit. Es werden Zusammenhänge und Abhängigkeiten zwischen wirtschaftlichen, sozialen, politischen und räumlichen Bedingungen und Folgen sowie ihre historische Entwicklung aufgezeigt.
Ziel des Unterrichts ist es, die Schülerinnen und Schüler darauf vorzubereiten, jetzige und zukünftige Probleme für Menschen und ihre natürlichen Lebensgrundlagen wahrzunehmen, zu analysieren und zu Wertungen und Entscheidungen zu gelangen, die zu entsprechendem verantwortungsbewußten Handeln führen und sie zur Selbst- und Mitbestimmung befähigen.

Zur Bewältigung der komplexen gegenwärtigen und zukünftigen gesellschaftlichen Probleme sind interdisziplinäre Problemlösungsstrategien, die vernetzendes Denken und fachübergreifende Betrachtungs- und Arbeitsweisen erfordern, notwendig. Da Erscheinungen und Probleme der Lebenswirklichkeit von Schülerinnen und Schülern des 5. und 6. Schuljahrgangs ganzheitlich wahrgenommen werden, muß sich dies auch im Unterricht widerspiegeln. Dazu müssen unter Einbeziehen ökologischer, historischer, geografischer, sozialer und kultureller Aspekte gesellschaftliche Realitäten aufgeschlossen und in ihren verschiedenen Aspekten betrachtet (und) Sachstrukturen verdeutlicht und Zusammenhänge aufgezeigt werden.

Die umfassenden Ansätze des Sachunterrichts in der Grundschule werden damit fortgeführt, vertieft und im Hinblick auf die Welt als Erfahrungsraum erweitert, und es wird in die Lernschwerpunkte und Lernanforderungen der weiterführenden Schulformen im Sekundarbereich I eingeführt. Im Fachbereich Welt- und Umweltkunde sind deshalb die Fächer Erdkunde, Geschichte und Sozialkunde integriert. Sie bieten für die einzelnen Problembereiche Inhalte sowie beschreibende, analysierende und diskursive Verfahren und Methoden an:

  • Erdkunde durch die Beschäftigung mit Problemen, Räumen und Ressourcen als Wahrnehmungs-, Erfahrungs- und Verantwortungsfelder
  • Geschichte durch die Beschäftigung mit Kontinuität und Wandel und durch die Untersuchung der historischen Bedingtheit eigener und fremder Wahrnehmungen
  • Sozialkunde durch die Auseinandersetzung mit gesellschaftlichen Sachverhalten und Prozessen.

Fachspezifik und Interdisziplinarität werden entsprechend als sich gegenseitig ergänzende Prinzipien miteinander verbunden.“