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Stündigkeit von WuK

Die Stundenorganisation der Fächer ist ein nicht zu unterschätzender Faktor bei der Unterrichtsorganisation. Auch in den Gesamtschulen trat dieses Problem auf. Einige versuchten dieses Problem der Drei-Stunden-Fächer (Gesellschaftslehre war betroffen sowie oft auch die Naturwissenschaften) dadurch zu lösen, dass sie den Unterricht nur in Doppelblöcken organisierten, so dass das Fach in einer Woche 2 Unterrichtsstunden in der nächsten 4 hatte. Dazu bedurfte es aber eines anderen Faches, das sozusagen „Partnerfach“ war. Häufig war das Musik, Religion oder der Kunstunterricht, also einstündige Fächer, in denen die Kollegen oft über die mangelnde Effektivität eines solchen Angebots klagten. Die meisten dieser Modelle wurden nach einiger Zeit eingestellt. Denn nun klagten die Fächer, die nur alle 14 Tage die jeweiligen Klassen hatten, dass dieser Wechsel ein zu langer Zeitraum sei, um nachhaltig auf die Schülerinnen und Schüler einzuwirken.
Es scheint dies ein Beispiel zu sein, wie Veränderungen im Schulalltag, die nur Organisationsformen in den Blick nehmen, entweder folgenlos bleiben oder nach einiger Zeit rückgängig gemacht werden. Das gilt auch für Unterrichtsformen, die auf die Belehrung verzichten. Sie können nicht einfach in den normalen Schul- und Unterrichtsalltag eingepasst werden. Dazu passt auch, dass im Evaluationsbericht der folgende Satz steht: „Bei einigen jungen Lehrern z. B. haben Schulräte 'Desert people' in 'brutalem Frontalunterricht' gesehen.“ (a.a.O., S. 59) Der neue, der andere Inhalt ist noch keine Garantie dafür, dass sich auch die Unterrichtspraxis ändert.